Montag, 10.11.08

So langsam gewöhnen wir uns an die Zeitumstellung, und unser Tag-/Nachtrhythmus stimmt immer mehr mit den Aussies überein… J Jedenfalls war dieser Morgen der erste, an dem ich ausgeruht aufgewacht bin. So fuhren wir gegen 9.15 h ab. Wie schon seit Beginn unserer Reise planen wir nicht genau im voraus, wo wir am späteren Nachmittag sein wollen, sondern wir lassen uns von der Route und den Städten inspirieren. Der Bruce Highway ist in dieser Hinsicht immer wieder spannend: Mal ist er abwechslungsreich, mal völlig langweilig, mal sind die Strassenverhältnisse sehr gut und ab und zu gar nicht… Shake well before use! ;-) Heute war ein Tag, der nicht sehr unterhaltsam war: Weder Scenic Outlooks noch interessante Städte befanden sich auf unserem Weg. So machten wir nur kurz in Mackay einen späten Mittagshalt und fuhren dann weiter nach Sarina Beach. Hier gefiel es uns wieder so gut, dass wir direkt ein Motel für eine Nacht buchten – Oceanview inklusive, versteht sich!

 

Dienstag, 11.11.08

Es wurde uns bewusst, dass wir wohl eine längere Autofahrt in Kauf nehmen mussten, wenn wir zur Zeit in Sydney ankommen wollten. So fuhren wir heute morgen bereits um 7.00 h los, um möglichst bis Gladstone zu kommen. Viel Interessantes haben wir dabei nicht gesehen, ausser, dass uns wirklich ein „Oversized Vehicle“ entgegenkam. Das Gefährt nahm fast die komplette Strassenbreite ein, so dass zwei Polizeiautos vorfahren und ein weiteres die Nachhut bilden musste. In Rockhampton schalteten wir einen kurzen Halt ein, um dann sofort weiter nach Gladstone zu fahren. Diese Stadt ist nichts Besonderes; weder schöne Strände noch eine spezielle Innenstadt können hier begeistern. So beschlossen wir, noch weitere Kilometer abzuspulen. Wir landeten schliesslich in der Stadt „1770“, die wundervolle Aussichten bot und fanden im Nachbardorf Agnes Water ein kleines Motel – dieses Mal leider aber ohne Meersicht. Den Abend beschlossen wir bei einem hervorragenden thailändischen Essen.

 

Mittwoch, 12.11.08

Von Agnes Water aus machten wir uns auf den Weg nach Bundaberg. Bundaberg beherbergt die bekannteste Rum-Brennerei Australiens. Im Städtchen angekommen, waren wir gleich von der Architektur begeistert. Viele hübsche Häuser und schöne Brücken sind hier zu finden! Nach einem kurzen Kaffeehalt sind wir dann weiter zur „Distillery“, um dort einen geführten Rundgang zu machen – anschliessende Verköstigung natürlich inklusive! J Weiter ging’s nach Hervey Bay, dem Ausgangspunkt zu Fraser Island. René wollte unbedingt diese Insel anschauen. Ich hingegen fand den Preis dafür ziemlich hoch: 150 $ für die Überfahrt, weitere knapp 38 $ für die Bewilligung zum Fahren auf der Insel und dann natürlich noch das Hotel, welches mit 130 $ zu Buche schlug… Jedenfalls wollte ich ihm den Spass nicht verderben, und so fuhren wir mit der Fähre hinüber. Zwar wussten wir, dass wir den Reifendruck vermindern mussten, doch keiner konnte uns vorab mitteilen, um wie viel. So wollte René einfach losfahren ohne weitere Instruktionen einzuholen, während mein Gefühl nicht das Beste war… Leider sollte ich recht behalten, denn kurz nachdem wir gestartet waren, mussten wir einem Bus ausweichen und landeten prompt im tiefen Sand, von wo wir nicht mehr herauskamen… Zum Glück mussten wir nicht lange auf Hilfe warten: Ein erfahrener Queenslander half uns, indem er den Reifendruck verminderte und die Differential-Sperre einschaltete. So konnten wir uns zum Glück selber befreien und die extrem holprige Strecke weiter in Angriff nehmen. Für empfindliche Mägen ist die Insel nicht geeignet, denn das Auf und Ab, resp. Links und Rechts ist mit der Zeit nicht mehr so angenehm… Meine Begeisterung hielt sich denn auch sehr in Grenzen, und ich war heilfroh, nach knapp 1 ½ Stunden auf der anderen Seite von Fraser Island, Eurong, angekommen zu sein! Im Resort selber erhielten wir dann wie üblich unseren Schlüssel fürs Zimmer – doch oha! Dieses war noch belegt und so machte sich René wieder auf den Weg zur Reception und erhielt prompt ein Upgrade für eine ganze Suite! J

 Donnerstag, 13.11.08

Um ehrlich zu sein: Am liebsten wäre ich ja morgens früh schon wieder von dieser Insel geflüchtet… Aber schliesslich entschlossen wir uns, „nur“ die Fähre 1 ½ Std. früher zu nehmen, um etwas mehr Zeit für die Weiterfahrt nach Brisbane zu haben. Die Zwischenzeit füllten wir mit einer kurzen Fahrt am Sandstrand, um dann zur „Central Station“ weiterzufahren. Glücklicherweise waren diese Tracks nicht so schlimm wie diejenigen vom Vortag und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon wieder auf der Westseite der Insel angekommen. Da dies noch viel zu früh für die Fähre war, entschlossen wir uns noch zu einem Abstecher zu einem der Seen – „Lake Birrabeen“. Auch hier waren schon Tourbusse angekommen, wie sie überall auf der Insel zu finden sind. Dies tat aber unserer Freude über die tolle Aussicht keinen Abbruch. Wir genossen unser kleines Picknick, und bald schon machten wir uns auf den Rückweg, da man nie weiss, wie oft man ausweichen muss oder ob man gar noch irgendwo stecken bleibt (das soll ja schon vorgekommen sein…). J Die Überfahrt zum Festland war, wie schon am Vortag, ruhig und als wir wieder in River Heads landeten, fuhren wir direkt weiter nach Gympie, welches ein kleines ehemaliges Goldgräberstädtchen ist.

Freitag, 14.11.08

In Gympie hatten wir Glück: René fand ein ungesichertes W-Lan und er konnte so bis spät in die Nacht endlich unseren Reisebericht aufs Internet stellen und einige Fotos uploaden. J Wir fuhren heute los, um eigentlich direkt nach Brisbane zu fahren. Unterwegs fiel uns dann aber ein Scenic Drive auf, den wir spontan erkunden wollten. Und es hat sich gelohnt: Wunderbare Aussichten, spannende Strassen und Lookouts befanden sich auf unserem Weg (Highway No 1 → Kandanga / Imbil / Lake Borumba / Kenilworth / Conondale / Maleny / Beerwah [dort befindet sich der bekannte Australische Zoo des verstorbenen Steve Irvin] → Motorway No 1). Um ca. 13.30 h fanden wir uns schliesslich in Brisbane ein und waren auf verzweifelter Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt… Wir haben dann schliesslich auch einen gefunden und zwar für bescheidene AUS $ 16.—für 39 Minuten! L Diese Erfahrung hat uns irgendwie gereicht, und die Menschenmassen behagten uns nach so viel Einsamkeit und Natur auch nicht wirklich. So beschlossen wir spontan, Brisbane bei einem nächsten Besuch mit dem Flugzeug und OHNE Auto wieder zu beehren. Die Reise führte uns weiter zur Gold Coast, wo sich die bekannten Städte Surfers Paradise, Broadbeach etc. befinden. Uhh – hässlich!!! Hochhäuser entlang des Strandes, wo das Auge nur hinblickte. Wir fanden das einfach nur „disgusting“ und fuhren weiter, bis es weniger schlimm war… In Tugun hatten wir Glück und fanden ein Motel direkt am Strand. Wir genossen hier die Aussicht, unternahmen auch einen kurzen Spaziergang am Meer, und René sprang noch kurz in die Wellen.

 

Samstag, 15.11.08

Nachdem wir Brisbane „ausgelassen“ hatten, blieb uns nun viel Zeit für die restlichen Kilometer nach Sydney. So beschlossen wir heute, möglichst oft in der Nähe der Küste zu fahren. Die „Umwege“, d.h. vielfach „Tourist Drives“ haben sich wirklich gelohnt. Vom Pacific Highway bogen wir denn Richtung Kingscliff ab und entdeckten wunderschöne Strände und sehr moderne Architektur. Ganz offensichtlich leben hier an der Küste die wohlhabenderen Australier, denn die Häuser weisen einen wesentlich besseren Standard auf als üblich. So ganz nebenbei haben wir heute auch die Grenze zu New South Wales überschritten, und die Zeitverschiebung beträgt nun 10 Stunden. Warum? Ganz einfach: Queensland hat keine Sommerzeit, während alle anderen „Staaten“ diese haben! Silly Aussies… J Weiter ging die Reise nach Byron Bay: Hier wurden wir überrascht von einer Blechlawine. Kaum zu glauben, wie viele Australier in diesem kleinen Dorf das Wochenende verbringen wollten! Übrigens ist dieser Ort der östlichste Punkt von Australien. Somit fehlt uns jetzt nur noch der nördlichste Flecken von diesem Land. Dieses Versäumnis wollen wir dann aber zu einem späteren Zeitpunkt nachholen… ;-) In Ballina liessen wir uns schliesslich im Ramada-Hotel nieder und genossen den gehobeneren Standard. Den Abend liessen wir bei einem exklusiven Italiener ausklingen.

 

Sonntag, 16.11.2008

Weiter ging die Reise in Richtung Süden: Entlang des Pacific Highways hofften wir wiederum auf einige spannende Abstecher auf die Tourist Drives, doch heute war uns das Glück nicht hold… Jedenfalls war uns schnell klar, dass auf diesem Streckenabschnitt wohl nicht allzu viel Schönes zu entdecken war, und so fanden wir uns schon am frühen Vormittag bereits in unserem Zwischenziel, Coffs Harbour, ein. Das Wetter war zwischenzeitlich auch wesentlich schlechter geworden, und es regnete ziemlich stark. Wir machten daher einen Abstecher zu einem Markt und stärkten uns bei Subway mit einem kleinen Sandwich. Auf der Hinfahrt hatten wir kurz vor Coffs Harbour einige schöne Resorts ausgemacht und so beschlossen wir, dort ein Zimmer zu suchen, da in der Stadt selber keine spektakulären Unterkünfte auszumachen waren. Im Aanuka Beach Resort fanden wir ein hübsches Zimmer und bekamen im Verlaufe des Abends sogar einen Zettel durch unsere Türe durchgeschoben, für 50 % des Preises eine weitere Nacht anzuhängen. Diese Offerte konnten wir nicht ausschlagen – ausserdem hatten wir danach noch volle 2 Tage, um nach Sydney zu gelangen!