Montag, 24.11.2008

Nach der eher kurzen Nacht schliefen wir heute etwas länger und nahmen dann direkt neben dem Hotel in einem kleinen Restaurant ein spätes Frühstück ein. Unsere Unterkunft liegt unmittelbar neben einem Tram-Halt und so entschlossen wir uns, für 15.— NZ $ pro Person je ein Ticket zu erwerben. Dafür kann man während 2 Tagen das Tram benutzen und erfährt nebenbei vieles über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten Christchurchs. Die Innenstadt ist nicht sehr gross;  sie kann daher gut zu Fuss erkundet werden. Erwähnt muss auch noch werden, dass hier praktisch alle Museen gratis zu besichtigen sind. Ein Umstand, den wir schon bei unserem letzten Besuch in Neuseeland sehr zu schätzen gewusst haben. Nach einigen „Hop in“ und „Hop offs“ machte sich eine kleine Müdigkeit bemerkbar, so dass wir eine kurze Ruhepause im Hotel einschalteten. Gegen Abend machten wir uns auf, ein Restaurant zu finden. Lustigerweise fanden wir das „Flying Burrito Brothers“ und wurden schlagartig an Wellington erinnert! Natürlich konnten wir nicht widerstehen und mussten schauen, ob es hier genauso gut war wie anno 2005… Wir wurden nicht enttäuscht und genehmigten uns zum tollen Essen zwei Margeritas! J

Dienstag, 25.11.2008

Heute ging das grosse Abenteuer „Campervan“ los! Ich freute mich schon, endlich nicht mehr ständig die Koffer aus- und wieder einpacken zu müssen. Wir hatten gestern unseren Vermieter angerufen und darum gebeten, um 10.00 h im Hotel abgeholt zu werden. Dies geschah prompt und ein Taxiservice brachte uns zu KEA. Dort wurden wir freundlich empfangen und erhielten sogleich einen Tee. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurden wir in die Geheimnisse eines „2-Berth Deluxe Campervans“ eingeweiht.  Die Prozedur dauerte insgesamt 2 Stunden und mir schwirrte schlussendlich der Kopf vor lauter Informationen… J Nichtsdestotrotz ging es gegen Mittag los, und René hatte von Anfang an unser grösseres Gefährt gut im Griff. Natürlich waren wir nicht lange unterwegs, denn schliesslich mussten auch noch Vorräte eingekauft werden, wenn wir nicht verhungern wollten. So steuerten wir einen Woolworths an und fanden denn auch nach längerem Suchen, was wir so alles brauchten für unsere insgesamt 29 Tage. Unsere Fahrt führte nach Norden, denn wir wurden schon gewarnt, dass die Wetteraussichten alles andere als erfreulich waren: Schnee bis 500 m?! Wir konnten das fast nicht glauben und hielten uns daher an die Regel: Im Osten und Norden ist es meist schöneres Wetter als im Westen / Süden auf der Südinsel. Daher war denn auch Kaikoura unser erstes Ziel. Unterwegs sahen wir wunderschöne Landschaften. So hielten wir auch für einen späteren Mittagshalt direkt am Strand und picknickten das erste Mal. Natürlich schmeckte so alles besser – das war ja klar! J Kurz vor Kaikouri sahen wir nicht mehr Hügel und Flüsse, sondern waren jetzt direkt am Meer unterwegs. Wunderschöne Aussichten, azurblaue See, weisse oder felsübersäte Strände:  Was will man mehr? Als ersten Campingplatz steuerten wir den „Top 10“ an, der uns sowohl von unserem Reisebüro als auch von KEA wärmstens empfohlen worden war.

Kommentar reNé: ja, selbstverständlich, die Küste und die Strände sind toll! Doch etwas anderes hat Denise nicht ganz so spektakulär empfunden wie ich. Es sind die nicht enden wollenden Schotterpisten in den Hügeln. Ich kann mich gut an die Worte von Wisi jun. erinnern, als er damals die Südinsel bereiste. Er schwärmte ebenfalls und vermisste seine Enduro genau wie ich. Es wäre ein Traumland für eine ausgiebige Endurotour! (Wenn nicht in diesem, dann bestimmt im nächsten Leben.)

Das erste Camping-Essen am Abend hat uns bestens geschmeckt. Auch der Italiener hätte die Pasta kaum besser hinbekommen als wir zwei ;-).

 

Mittwoch, 26.11.2008

Brrrr! Himmel, war das kalt in dieser Nacht!! Während wir gestern nachmittag rund 28° C hatten, fiel die Temperatur in der Nacht um gefühlte 25° C… Und immer, wenn ich ein kaltes Gesicht habe, dann kann ich nicht schlafen – so auch dieses Mal. Nachts um 3.00 h versuchten wir deshalb, unseren Camper etwas zu heizen. Nach einem Versuch mit der Klimaanlage (nicht sehr erfolgreich), schalteten wir unsere Gasheizung ein, die dann nach einiger Zeit auch wirkte. So schlief ich erst gegen den Morgen etwas, und wir blieben daher heute länger liegen. J Ah, ja, mir war es nicht zu kalt! Dennoch konnte ich um 3h dann auch nicht mehr schlafen (wohl oder…) ICH heizte und konnte danach nicht mehr schlafen. Später beschlossen wir einen Scenic Lookout zu suchen, um unser Frühstück einzunehmen. Der Campingplatz liegt leider hinter einem Bahngleis und einer dichten Hecke, so dass die Aussicht gerade mal auf den Teller des benachbarten Campervans reicht… J Nach etwa 15 Minuten Fahrt fanden wir denn auch ein sensationelles Plätzchen direkt am Meer, wo wir unser Frühstück ausgiebig genossen. Während René dann die Kamera packte und sich auf die Suche nach Motiven machte, räumte ich etwas auf. Plötzlich kam er zurück und meinte, ich müsse unbedingt mitkommen. Neugierig geworden, folgte ich ihm und was sah ich? Zwei Seehunde, die in nächster Nähe auf Felsen fläzten und die Sonne genossen! Auf der Rückfahrt passierte uns leider ein kleines Malheur: Wir hatten vergessen, eines der Kästchen zu schliessen… Bilanz: Minus 1 Teller! L Doch wie heisst es so schön: Scherben bringen Glück!

Heute wollten wir uns auch noch nach einer „Whale-Watching-Cruise“ erkundigen. Wir fuhren daher das Center an und sahen gleich auf dem Monitor: Whale Watching starts 15.00 h, Comment: Warning, heavy sea sickness! Da mein Gleichgewichtsorgan leider sehr empfindlich auf raue See reagiert, musste ich wohl oder übel auf dieses Abenteuer verzichten… Schade! Abends wollten wir erst zum Thai essen gehen und dann fanden wir direkt gegenüber ein neues Restaurant, das „Tutis“, welches wir wärmstens empfehlen können. Kaum hatten wir angefangen zu essen, da kamen noch weitere Schweizer ins Lokal. Als sich René auch als Helvetier outete, gesellten sich die drei direkt zu uns. Es wurde ein unterhaltsamer Abend! Wir erfuhren dabei, dass einer der drei ebenfalls auf Reisen ist und die anderen beiden schon seit 17 Jahren in Kaikoura wohnen und arbeiten. Sie betreiben eine Art Gallery, die wir dann morgen besichtigen wollen.

 

Donnerstag, 27.11.2008

Wie am Vorabend versprochen, machten wir uns am Vormittag auf, die Art Gallery von Walti und Brigitte Kunz zu besichtigen. Gegen 10.15 h trafen wir ein und wurden herzlich empfangen. Übrigens: unter www.goldart.co.nz findet man die Homepage der beiden. Die Kunst und der Schmuck begeisterten uns, und nach einem hervorragenden Cappuccino resp. Espresso konnte ich der Versuchung einmal mehr nicht widerstehen und erstand eine orange-graue Kette. Neben dem Kunstgeschäft bieten die beiden ebenfalls zwei tolle Ferienwohnungen in Kaikoura an, welche auch nur für 1 Nacht gebucht werden können. Die wunderbare Lage (leicht erhöht mit Terrasse und Meersicht) sowie die Ruhe sind einfach himmlisch! Nach knapp 2 Stunden mussten wir uns wieder verabschieden und weiter ging unsere Reise Richtung Norden. Leider machte das Wetter nicht ganz mit; so hatten wir während unserer Fahrt immer wieder Regen. Der Streckenabschnitt aber (Kaikoura – Wharanui) ist wunderschön und verläuft praktisch immer entlang der Küste. Auch hier konnten wir wieder Seehunde beobachten. Eigentlich wollten wir in Blenheim ursprünglich eine Weintour machen, aber irgendwie zog es uns direkt nach Picton. Dieses Dorf ist auch der Abgangs- oder Ankunftsort der Fähre von und nach Wellington (Nordinsel). Hier fanden wir unseren Campground etwas abseits und genossen das Vogelgezwitscher und das – mittlerweile – schöne Wetter.

 

Freitag, 28.11.2008

Auf unserem gestrigen Campingplatz waren wir praktisch alleine, so dass wir morgens nur vom Vogelgezwitscher geweckt wurden. Generell können wir den Parklands Marina Holiday Park in Waikawa/Picton uneingeschränkt empfehlen: Ruhige Lage und blitzsaubere Toiletten und Duschen. Unser heutiges Ziel hiess Nelson, das wir über den Queen Charlotte Drive erreichen wollten. Eine wunderschöne Route, die über einen kleinen Pass entlang des Meeres und von Wäldern führt. Kurz nach dem Start waren wir überrascht, dass im Hafen ein grosses Schiff angelegt hatte, das definitiv keine Fähre war. Bei genauerer Betrachtung bemerkten wir, dass es dasselbe Kreuzfahrtschiff war, welches wir schon in Sydney gesehen hatten. J Unterwegs schalteten wir eine längere Mittagspause auf einem Picknickplatz ein, der in der Nähe eines kleinen Flusses lag – erholsam und richtig hübsch. Gegen 14.30 h trafen wir in Nelson ein, das uns auf Anhieb sehr gut gefiel. Diese Stadt weist nach unserem Geschmack die richtige Grösse auf und ist einfach zu befahren, sogar mit einem Camper! Im Nelson City Holiday Park fanden wir unseren Standplatz für 2 Nächte. Da dieser Campground am nächsten zur Innenstadt liegt, fiel unsere Wahl auf ihn. Nachmittags machten wir denn auch auf, die City von Nelson zu erkunden. Während René ein neues Hemd erstand, kaufte ich mir neue Schuhe… Nun muss ich mir wohl Gedanken machen, was ich denn hier zurücklasse, damit wir kein Übergepäck haben werden… ;-)

 

Samstag, 29.11.2008

Obwohl unser Campingplatz in der Nähe der Innenstadt liegt, verbrachten wir eine wirklich ruhige Nacht in unserem Wohnmobil. Morgens hatten wir beide dann eine Schrecksekunde: Irgendwie brachte ich es fertig, dass der Alarm losging (von dessen Existenz wir übrigens keine Ahnung hatten). Glücklicherweise reagierte René richtig und steckte sofort den Zündschlüssel in die Zündung, so dass wir unsere Nachbarn vom Lärm erlösen konnten… J Nach unserem morgendlichen Adrenalinschub ging es dann wieder in Richtung City, da wir den lokalen Markt, der jeweils samstags stattfindet, besuchen wollten. Eine lustige Mischung fanden wir dann vor: Kunsthandwerk, Pancakes, Kuchen, frisches Gemüse und Früchte, Kleider u.v.m. werden hier feilgeboten. Wir können einen Rundgang nur jedem empfehlen! Etwas müde von der Herumlauferei gönnten wir uns mittags ein Schläfchen, um später dann den Strand von Nelson aufzusuchen: Mich persönlich hat er nicht gerade begeistert… Glücklicherweise können wir in unserem Navigationsgerät auch immer mal wieder einen Lookout eingeben und unser GPS führt uns dann (meist) verlässlich dahin. Auch dieses Mal hatten wir Glück, und eine tolle Rundumsicht über Nelson und Umgebung begeisterte uns vollauf! Schon war es wieder späterer Nachmittag geworden und wir kehrten auf unseren Campingplatz zurück, um es uns bei einem kühlen Glas Sauvignon blanc gut gehen zu lassen… J

 

Sonntag, 30.11.2008

Ich hatte wohl unseren Campingplatz zu früh gerühmt, denn diese Nacht war alles andere als ruhig. Es gab Leute, die bis um 5.00 h morgens die Musik laut aufgedreht hatten und ganz offensichtlich das Gefühl hatten, alle rundherum müssten mitfeiern… Als es darum endlich ruhig geworden war, gönnten wir uns einen längeren Schlaf und waren dann erst gegen 9.30 h auf. Heute wollten wir auch zum ersten Mal die „Dump station“ aufsuchen, um unser Abwasser loszuwerden. Eine eher unangenehme Aufgabe… ;-) Doch wir meisterten die Herausforderung und waren schon bald mit frischem Wasser unterwegs nach Kaiteriteri. Dieser Ort wird im Sommer anscheinend geradezu überrannt, denn die Ausmasse des lokalen Campgrounds überraschten mich eher. Die Lage ist dagegen traumhaft: Direkt gegenüber dem wunderschönen Strand gelegen, ist er ein Besuch wert. Hingegen sind die sanitären Anlagen eher älter (wenn auch sauber), und man bezahlt 0.50 $ für eine 6 minütige Dusche… J Abends gingen wir ins nahe gelegene Restaurant „Shoreline“ und genossen ein tolles Essen. So ganz nebenbei realisierten wir auch, dass wir heute bereits die Hälfte unserer Ferien erreicht haben…