Montag, 01.12.2008

Von Kaiteriteri aus wollten wir heute einen Ausflug ganz in den Norden der Südinsel Neuseelands machen. Eigentlich sah es auf der Karte nach einem kurzen Weg aus – aber hoppla! Die Reise führte uns über einen kurvigen Pass, der naturgemäss nicht mit 100 km/Std. befahren werden kann. So benötigten wir 1 ¾ Stunden, bis wir in Puponga ankamen. Unterwegs konnten wir wunderbare Aussichten auf die Golden Bay erspähen, und ab Ferntown sahen wir sicherlich über 100 Schwäne, die vor der Küste umherdümpelten. Das Farewell Spit selber kann nicht privat befahren werden, dafür gibt es kurz davor eine Tourist Information mit vielen interessanten Hinweisen und Angaben darüber. Zudem kann auch ein ausgezeichnetes Restaurant besucht werden. Kurzum: Der Abstecher lohnt sich auf jeden Fall! Am späten Nachmittag waren wir dann wieder zurück und hielten Siesta bis wir abends essen gingen.

 

Dienstag, 02.12.2008

Während es gestern eher bewölkt / regnerisch war, begrüsste uns heute morgen die Sonne und ein strahlend blauer Himmel. Da steht man schon viel besser auf, und so waren wir morgens um 8.30 h bereits auf der Piste. Heute stand uns eine längere Fahrt bevor, denn wir wollten nach Hanmer Springs, ein sehr bekanntes Thermalbad auf der Südinsel, etwa 1 ½ Std. von Christchurch entfernt. Unsere Route verlief zuerst entlang des Motueka Valley Highways, dann weiter über die Highways Nr. 6 sowie 65 und weiter auf der Nr. 7 über den Lewis Pass. Dieser Weg ist einfach wunderbar zu befahren. Man geniesst Aussichten auf schier unendliche Wälder, kleinere und grössere Flüsse und befindet sich auch mitten in den Bergen. Wir waren denn entsprechend begeistert und mussten auch über ein Auto, welches vor uns fuhr, schmunzeln: Während er die Kurven mehr oder minder gut meisterte, knipste seine Beifahrerin eifrig aus dem fahrenden Auto heraus Fotos. J Hanmer Springs erreichten wir um etwa 14.30 h, wo wir sogleich auf den Top 10 Campingplatz fuhren und einen Platz für 2 Nächte buchten. Ein kurzer Spaziergang führte uns ins Dorf, das viele kleine Cafés und Restaurants beherbergt. Zudem gibt es zwei Supermärkte, wobei der eine eher einem grösseren Kiosk gleicht… Auch einige Anbieter von Quad-Touren u.ä. sind zu finden sowie die obligaten Souvenir-Shops.

 

Mittwoch, 03.12.2008

Wir merkten im Verlaufe des frühen Morgens, dass wir uns nicht mehr auf Meereshöhe, sondern eher in den Bergen befanden: Es war s..kalt in unserem Camper geworden! ;-) So stand ich dann irgendwann auf und nahm die Gasheizung in Betrieb. Nach unserem Frühstück, das übrigens im Allgemeinen aus Cornflakes o.ä. mit Früchten besteht (weil man hier schlicht kein – im schweizerischen Sinn – gutes Brot findet), unternahmen wir den Spaziergang in die Therme. Der Einzeleintritt kostet 14.— $ oder man kauft sich ein Ticket, mit welchem man am gleichen Tag nochmals ins Bad gehen könnte für 18.— $. Nebenbei: Wenn man Mitglied bei den Top 10 Campsites ist, ist der Aufpreis für ein „Returnticket“ gratis. So genossen wir die warmen Bassins, und wir liessen es uns richtig gut gehen. Nach dem Mittagessen kehrten wir zu unserem Campervan zurück und hielten etwas Siesta, um am Abend nochmals ins Dorf zu gehen und ein Abendessen im Restaurant „The Saints“ einzunehmen, das wir im übrigen sehr empfehlen können!

 

Donnerstag, 04.12.2008

Für einmal war es während der Nacht angenehm warm, dafür stürmte es heftig. So wurden wir während unseres Schönheitsschlafes sanft vom Winde gewiegt, und ich genoss es, für einmal nicht zu frieren… J Morgens gegen 10.00 h verliessen wir Hanmer Springs in Richtung Greymouth, denn ab heute sollte für uns das Abenteuer „einsamer Westen“ beginnen! Eine kurze Strecke kannten wir ja schon von der Hinfahrt, aber ab Springs Junction war dann die Route wieder neu für uns. Allerdings war diese nicht sehr abwechslungsreich, und ich war froh, dass wir kurz in Reefton einen Halt machten, um etwas Brot und Cornflakes zu besorgen. Dieses Dorf ist übrigens sehr hübsch, und man findet alles, was das Herz begehrt. Weiter ging es über den Highway Nr. 7 nach Greymouth, der grössten Stadt an der Westküste. Allerdings begeistert uns der Anblick nicht wirklich, so dass wir nur kurz einen Mittagshalt einschalteten, um dann in Richtung Norden weiterzufahren. Unser Ziel war Punakaiki, ein Ort, der für seine Blowholes und Pancake Rocks bekannt ist. Ein sehr lohnenswerter Abstecher! Die Strecke führt meist dem Meer entlang und bietet einige atemberaubende Aussichten. Die Touristenattraktion selber ist gratis und hervorragend ausgebaut: Sogar mit dem Rollstuhl ist ein Teil zu erkunden. Die Pancake Rocks wie auch die Blowholes bieten gute Fotosujets, vor allem bei schönem Wetter (bei uns goss es wie aus Kübeln…). Wichtig: Beim Visitor Center nachschauen, wann die Flut am höchsten ist, dann sind die Aussichten am spektakulärsten! Wie so oft hatten wir Glück und waren genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort! J Da wir des Fahrens überdrüssig waren, buchten wir für eine Nacht im hiesigen Motor Camp einen Platz, und wir machten es uns gemütlich.

 

Freitag, 05.12.2008

Heute morgen hatte Petrus Erbarmen mit uns und sandte doch tatsächlich Sonnenstrahlen vom Himmel! Wir fuhren daher schon relativ früh ab, um weiter Richtung Süden zu kommen. In Hokitika machten wir einen kurzen Zwischenstopp. Dieses Dorf ist bekannt für seine Jade-Kunst. Auch sonst ist es sicherlich einen kurzen Abstecher wert; so genossen wir unseren kurzen Bummel und füllten noch schnell unseren Kühlschrank mit Vorräten auf. Weiter ging die Fahrt zum Franz Josef Gletscher. Unterwegs dahin passiert man auf dem Highway Nr. 6 einige wunderschöne Seen, die geradezu zum Picknicken einladen. Allerdings stellten wir fest, dass es wohl in letzter Zeit viel geregnet haben musste, denn sämtliche Seen führten Hochwasser. René konnte nicht widerstehen und streckte seine Füsse ins kühle Nass. J Am frühen Nachmittag kamen wir in Franz Josef Glacier ein und begaben uns schnurstracks zum Information Center. Wenn man kein grosser Wandervogel ist, so stehen zwei kurze Spaziergänge (20, resp. 30 Minuten retour) zur Auswahl. Wir entschieden uns für den Sentinel Rock Walk und bekamen tolle Aussichten auf den Gletscher zu Gesicht. Nachdem das Wetter einfach traumhaft war, genossen wir den Anblick des majestätischen Naturschauspiels umso mehr. Wir wollten im Ort übernachten und buchten daher für eine Nacht wiederum im Top 10 eine sogenannte „powered Site“ (sprich einen Stellplatz mit Stromanschluss) für unseren Campervan. Der ganze Campground ist sehr gepflegt mit geteerten Stellplätzen und neuen, sauberen Einrichtungen wie z.B. Küche, Aufenthaltsraum und Duschen/Toiletten.

 

Samstag, 06.12.2008

Was ich während des ganzen Aufenthalts in Neuseeland schon vermutet hatte, ist die letzte Nacht nun auch wirklich wahr geworden: Ausgerechnet bei den Gletschern geht uns das Gas aus… L Die Kälte kroch denn auch in unseren Camper und ich fror erbärmlich. Um 1.30 h wachte ich deshalb auf und kramte die uns mitgegebenen Wolldecken hervor. Angenehm war es auch dann nicht, aber immerhin erträglicher… ;-) Morgens gönnte ich mir deshalb eine ausgiebige heisse Dusche, und um 10.00 h ging unsere Fahrt in Richtung Fox Gletscher weiter. reNé: Endlich mal keine heissen Füsse. Richtig angenehme Schlaftemperaturen. O.K. so gegen morgen früh hab ich mir dann auch noch ein T-Shirt angezogen. ;-) Wir wollten auch hier mindestens einen Blick erheischen, aber leider war die Zugangsstrasse letzten Mittwoch verschüttet worden, und wir mussten daher auf den zweiten Gletscher verzichten. Unser Ziel lautete eigentlich Haast, denn wir wollten nicht allzu viele Kilometer abspulen. Doch in Haast war leider von einer Tankstelle mit „LPG“ (= Gasfüllstation) keine Spur zu entdecken. Da wir keine zweite Nacht so verbringen wollten, entschieden wir uns notgedrungen, bis nach Wanaka weiterzufahren. Die Strecke führte uns über den Haast-Pass weiter zum Lake Hawea und schliesslich Lake Wanaka. Eine wunderschöne Route, die uns viele „Ah’s“ und „Oh’s“ entlockte! Wir knipsten denn auch wie wild und genossen das immer noch wunderschöne Wetter. Um etwa 16.15 h kamen wir an unserem Etappenziel an und fanden das grössere Dorf sehr hübsch. Wanaka liegt direkt am See und bietet seinen Besuchern alles, was das Herz begehrt. Im Lonely Planet hatte ich gelesen, dass es zwei Motorcamps hier gibt. Dies ist nicht ganz richtig, denn insgesamt existieren drei Campingplätze. Wir haben uns wohl für den teuersten entschieden, denn der Aspiring Campervan Park an der Studholme Road schlägt mit satten 43.— $ zu Buche… Nichtsdestotrotz gefiel es uns hier sehr gut, denn u.a. stehen Sauna, Spas, ein überdachtes BBQ, Küche etc. zur Verfügung.

 

Sonntag, 07.12.2008

Heute morgen buchten wir kurz entschlossen eine weitere Nacht in Wanaka, die dann auch weniger teuer wurde – anstelle der 43.— $ waren es dann noch 38.— $, wobei wir uns noch 24 Std. Internetzugang zusätzlich leisteten. Schliesslich wollen wir ja unsere Homepage up-to-date halten… J Gegen Mittag zog es uns ins Dorf, um etwas Kleines zu essen und ein paar Souvenirs zu kaufen. Auch heute war uns Petrus wohl gesonnen, obwohl ein paar Wolken den blauen Himmel zierten. Nachmittags fuhren wir noch etwas weiter auf der Mount Aspiring Road und entdeckten dabei einen Spaziergang zum Diamond Lake, den wir auch prompt ausprobieren wollten. Der See entpuppte sich dann eher als grösserer Weiher, nichtsdestotrotz war die Aussicht hübsch und ein paar Fotos wert. A propos Fotos: Auf unserer bisherigen Reise haben wir es auf sage und schreibe 1600 Fotos gebracht… Und weitere 2 Wochen fehlen noch! J Gegen Abend probierten wir dann auch noch den Spa und die Sauna aus – wir genossen denn auch das Wellnessen im kleineren Rahmen! Später fuhren wir nochmals ins Dorf, um uns im Restaurant „Thai Siam“ an der Ardmore Road ein ausgezeichnetes Essen zu Gemüte zu führen.