Montag, 08.12.2008

Die Reise ging heute weiter nach Queenstown. Diese Stadt ist für ihre diversen verrückten Freizeitaktivitäten bekannt. Alle möglichen Adrenalinkicks können hier ausprobiert werden. Doch der Reihe nach… Als wir morgens erwachten, sah der Himmel leider wieder einmal ziemlich grau und verhangen aus. Es dauerte dann auch nicht lange, und das ungeliebte Nass kam vom Himmel… So fuhren wir bei Regen los und besuchten dafür die Puzzling World (direkt an der SH 6), eine ganz verrückte Sache! J Das Auge, resp. das Gehirn werden hier nach allen Regeln der Kunst getäuscht; die verschiedenen Möglichkeiten bieten denn auch für jeden Geschmack etwas. Zusätzlich kann auch noch ein Irrgarten besucht werden. Der Eintrittspreis von 12.50 $ lohnt sich! Wir waren begeistert und können einen Besuch wärmstens empfehlen. Die Route führte uns heute immer noch über den Highway Nr. 6 zur Zwischenstation Cromwell. Dieses Dorf hat eine interessante Geschichte: Vor einigen Jahren wurden die alten Gebäude wegen eines Damms geflutet. Die Bewohner jedoch bauten erst einige gut erhaltene alte Häuser ab und errichteten sie Stein für Stein auf einem höher gelegenen Hügel. „Old Cromwell Town“ kann deshalb heute gratis besichtigt werden und bietet sicherlich etwas Abwechslung auf dem – ansonsten eher öden – Abschnitt auf der Strecke. Am frühen Nachmittag kamen wir in Queenstown an, und es regnete weiterhin Bindfäden… So checkten wir direkt im Top 10 Creeksyde ein und bezahlten auch hier einen eher hohen Preis für 2 Nächte (81.-- $). Wir machten uns einen faulen Nachmittag und wagten uns erst gegen 17.00 h aus dem Campervan – allerdings regnete es immer noch… ;-) Gut eingepackt marschierten wir zu Fuss in die Stadt und waren wenig erstaunt, viele Souvenirläden und Anbieter von „Adventure Trips“ zu finden. Die Innenstadt selber ist eher klein und gut überschaubar. Nach einiger Zeit stellte sich der Hunger ein, und wir machten uns auf die Suche nach dem italienischen Restaurant „Bella Cucina“, das wir an dieser Stelle auch uneingeschränkt weiterempfehlen können… J

 

Dienstag, 09.12.2008

Als wir heute morgen aufwachten, hatte mindestens der Regen aufgehört, so dass es nur noch etwas grau aussah. Doch je mehr Zeit verstrich, desto schöner wurde es und die Sonne blinzelte schliesslich auch zwischen den Wolken hervor. Der Name Queenstown ist Pflicht, will heissen, dass man hier mindestens etwas „Verrücktes“ unternehmen muss. So liessen wir uns von unserer Reception des Campingplatzes kurz beraten und entschlossen uns zu einem Trip mit dem Jetboat inkl. Goldwäscher-Trail in einem 4x4 Bus. Wir können diese Variante nur empfehlen, denn man erfährt einiges über die Goldwäscherei aus dem 19. Jahrhundert. Das Jetboat-Fahren selber war natürlich SPASS pur! Schade war nur, dass die 25 Minuten so schnell vorüber waren… J Nach knapp 3 Stunden waren wir dann wieder bei unserem Campingplatz und unternahmen noch einen Spaziergang bei Sonnenschein in die Stadt. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie anders ein Ort bei schönem Wetter wirken kann… Jedenfalls gönnten wir uns ein spätes Mittagessen beim „Pier 19“ und bummelten anschliessend weiter durch die Strassen, bis wir dann wieder zu unserem Campground zurückgingen. Abends spazierten wir dann wieder in die Stadt, um die letzten Sonnenstrahlen noch ausgiebig zu geniessen. Auf der Suche nach einem Restaurant fanden wir einen Thai, der im ersten Stock beheimatet ist. So setzten wir uns draussen auf die Terrasse und genossen das wunderbare Panorama, das sich uns bot. Wir entschlossen uns, beim Essen etwas Neues auszuprobieren: Ein „Small Steamboat“ sollte es sein. Wir liessen uns einfach überraschen und fanden die Erfahrung sehr köstlich! Beim Steamboat erhält man eine mit Bouillon gefüllte Pfanne, welche in der Hälfte geteilt ist. Dann wird eine Platte mit Gemüsen, Pilzen und Fleisch dazu serviert. Diese werden in die Pfanne gegeben, in der Bouillon gekocht, um anschliessend herausgefischt und mit scharfen Saucen verkostet zu werden. Einfach himmlisch und vor allem sehr leicht!

 

Mittwoch, 10.12.2008

Wir fanden gestern abend, dass wir noch einen weiteren Tag in Queenstown anhängen wollten. So buchten wir eine zusätzliche Nacht und gingen dann gegenüber im „Mediterrean Market“ für unser Frühstück einkaufen. Die Auswahl in diesem kleinen spezialisierten Supermarkt ist enorm. Vor allem aber: Es gab endlich einmal knuspriges Brot!! Wir schwelgten daher im siebten Himmel beim Frühstücken. Anschliessend wollte René auf den Berg, d.h. wir bestiegen die Gondel und schwebten dann hoch. Oben besteht die Möglichkeit, eine Art „Go Kart-Bahn“ auszuprobieren. Man ist dabei mit einem dreirädigren Gefährt auf einer abschüssigen Strecke unterwegs, und René hatte sichtlich Spass an der ganzen Sache. Ich genoss während dem die wunderschöne Aussicht und das grandiose Panorama, das sich einem oben bietet. Man könnte übrigens oben auch noch einen Tandem-Fallschirm-Sprung buchen, doch das liessen wir dann bleiben. Mit der Gondel ging es wieder zurück, um auf dem Campingplatz ein kleines Mittagessen einzunehmen und etwas zu faulenzen. Morgen sollte die Reise dann definitiv weiter gehen… Ziel: Te Anau, der bekannte Ausgangspunkt zum Milford Sound.

 

Donnerstag, 11.12.2008

Auf der Fahrt nach Te Anau fiel uns eine Tafel mit der Aufschrift „Kingston Flyer“ auf. Ich schlug kurz im „Lonely Planet“ nach und fand die Erklärung: Eine Dampflok aus dem vorletzten Jahrhundert verkehrt immer noch als Touristenattraktion auf einer kurzen Strecke. Kurz entschlossen setzte René den Blinker und wir suchten den kleinen Bahnhof auf. Wie schon so oft während unserer Reise hatten wir Glück und der Zug traf 2 Minuten nach unserer Ankunft ein… J Es puffte, dampfte und schnaufte und war einfach faszinierend anzuschauen! Einmal mehr knipsten wir viele Fotos und staunten über den Aufwand, der damals betrieben werden musste, um von A nach B zu kommen. Um wievieles einfacher ist es geworden, nur dank der Elektrizität… Nach etwa 2 ½ Stunden trafen wir an unserem Ziel ein und genossen die wunderbaren Aussichten. Te Anau ist klein, aber man findet alles, was es so braucht. Auf dem Top 10 Campingplatz buchten wir erst einmal für eine Nacht, denn wir wussten noch nicht genau, wie unsere Pläne aussehen würden. Ein Besuch in der Tourist Info half uns weiter: Wir buchten eine „Overnight Cruise“ auf dem Milford Sound (Kosten: 430.— $ pro Person in einer 2er-Kabine inkl. Abendessen und Frühstück) und gleichzeitig noch ein Ausflug zu den bekannten Glowworm Caves (Eintritt: 60.— $ pro Person). Das ist zwar nicht gerade billig, doch da wir beide jeweils auf Weihnachtsgeschenke verzichten, wollten wir uns das leisten… J So würden wir also bis und mit Sonntag morgen hier verbringen. Abends hatten wir keine Lust zu kochen, so spazierten wir ins Dorf und fanden einen ausgezeichneten Italiener: La Bella Vita.

 

Freitag, 12.12.2008

Um 10.00 h starteten wir in Richtung Milford Sound. Natürlich war uns bewusst, dass dies noch viel zu früh war, doch wir wollten in Ruhe die ca. 120 km lange Fahrt angehen. Zudem kann diese immer mal wieder unterbrochen werden, um verschiedene Naturspektakel zu bewundern. So gibt es beispielsweise die Mirror Lakes (kleine Seen, die bei ruhigem Wetter die Berge spiegeln) oder „The Chasm“, ein wunderbarer Fluss, der spezielle Gesteinsformationen geschaffen hat. Nach ca. 2 Stunden waren wir angekommen und gingen erst einmal etwas Kleines im Visitor Center essen. Wir machten uns ein paar faule Stunden und marschierten dann die 500 m zum Abfahrtsterminal. Um 16.30 h konnten wir pünktlich aufs Schiff und wurden direkt mit ofenwarmen Muffins begrüsst. Das lässt man sich doch gerne gefallen… J Wir bezogen unsere Kabine und gingen dann an die frische Luft an Deck. Die majestätischen Berge zogen uns in ihren Bann. Nicht umsonst wurde Milford Sound von den Neuseeländern als DAS „Must do“ in einer Rangliste auf Platz 1 gewählt! Wir genossen denn das Herumfahren auf dem Sound (der eigentlich ein Fjord ist) sehr, und schon bald konnten wir entweder ins Kajak steigen und selber herumpaddeln oder auf dem Tenderboot einen kleinen Ausflug machen. Während sich René für ersteres entschied, bestieg ich das kleine Beiboot. Wir hatten unglaubliches Glück, denn wir entdeckten einen Pinguin auf unserer Fahrt! Generell erhielten wir währenddem viele wertvolle und interessante Informationen über den Milford Sound und deren Bewohner sowie Vegetation. Kajaking: tja, davon habe ich keine selbstgemachten Bilder. So gross war das Vertrauen im meine Paddelkünste beim ersten Mal noch nicht. Dennoch habe ich den Ausflug trocken überstanden. Kann ich nur weiterempfehlen! Um 19.30 h gab es dann das 3-gängige Menü, das wir mit der wundervollen Aussicht natürlich doppelt geniessen konnten. Anschliessend zeigte ein Crew-Mitglied noch eine kurze Diaschau, wiederum mit vielen wertvollen Detailinformationen. Schon bald ging es dann ins Bett, denn Frühstück war für 7.00 h angesagt… J

 

Samstag, 13.12.2008

Nach einer eher kurzen Nacht stand René bereits um 5.30 h auf, um ein paar Fotos zu schiessen. Während wir das anschliessende reichhaltige Frühstück noch verdauten, steuerte unser Kapitän das Schiff auf die offene Tasman Sea hinaus. Sofort wurden die Wellen auch wesentlich besser spürbar und es dauerte nicht lange, bis das Schiff wendete und in den ruhigen Milford Sound zurückkehrte. So war unser Ausflug um 9.15 h bereits wieder zu Ende, doch mitgebracht haben wir unsere Erinnerungen sowie etwa 250 Fotos… ;-) Die Fahrt zurück ging sehr schnell; so waren wir bereits um 11.00 h erneut auf dem Campingplatz in Te Anau. Ein kleines Nickerchen und schon war es wieder Zeit für unseren nächsten Ausflug: Die Glowworm Caves. Ein Boot brachte uns in etwa einer halben Stunde zu den Höhlen, wo wir erst einmal in Gruppen von ca. 14 Personen aufgeteilt wurden. Die Höhlen selber sind gut ausgebaut, man muss sich lediglich anfangs ziemlich bücken, um keinen „kleinen Dachschaden“ davonzutragen… J Innen ist fotografieren leider nicht erlaubt, doch das trübte unser Vergnügen keineswegs. Es war wieder eine tolle Erfahrung! Nach dem Höhlenrundgang erhielten wir gratis Kaffee oder Tee und wiederum wurde ein kleiner Vortrag gehalten: Zum einen waren die Lebensgewohnheiten der Glühwürmchen und ihr Lebenszyklus ein Thema, zum anderen stellte man uns kurz seltene hier lebende Vögel vor. Nach rund 2 Stunden war leider auch dieser Ausflug wieder Geschichte… So kehrten wir auf unserem Campingplatz zurück und sortierten erst einmal die vielen Fotos und schrieben diesen Reisebericht. J Abends wollten wir chinesisch essen gehen und hatten die Qual der Wahl. René sichtete ein Restaurant, in dem bereits viele Personen sassen, und so steuerte er direkt auf das „China City“ zu. Kaum waren wir eingetreten, fühlte ich mich als komplette Exotin: Ausser uns beiden hatten alle anderen Menschen in dieser Gaststätte Schlitzaugen… J Dies war für uns ein Zeichen, dass es sicherlich gut schmecken musste! Wir genossen denn auch den schnellen freundlichen Service und unser ausgezeichnetes Essen…

 

Sonntag, 14.12.2008

Heute hiess es Abschied nehmen von Te Anau… L Gerne wären wir länger in dieser wunderschönen Gegend geblieben, doch leider verblieb uns nur noch gut eine Woche, um den Rest der Südinsel zu erkunden. Die lange Strecke nach Dunedin wollten wir uns nicht antun, so entschlossen wir uns, die Empfehlung des „Lonely Planet“ anzunehmen und der „Southern Scenic Route“ zu folgen. Wir sollten es nicht bereuen, denn einmal mehr konnten wir während unserer Fahrt ganz unterschiedliche Landschaften bewundern: Mal war es flach mit vielen Weiden und Schafen, dann wiederum konnten wir dem Meer entlang fahren und die brechenden Wellen verfolgen, und schliesslich führte uns die Strecke über hügeliges, dicht bewaldetes Land. In Chaslands fanden wir unsere „Unterkunft“, resp. unseren Stellplatz beim „McLean Falls Holiday Park“. Dieser Campground liegt abgelegen von einer Stadt mitten im Regenwald. So genossen wir hier die Ruhe und besichtigten ebenfalls noch den nahe gelegenen McLean-Wasserfall. Dieser liegt ca. 3 km von dem Campingplatz entfernt, und man benötigt ca. 40 Minuten ab dem Parkplatz (hin und zurück). Auf jeden Fall ist er sehr eindrücklich und hat uns gut gefallen. Nach der Rückkehr mussten wir unbedingt noch den hausgemachten Cheesecake ausprobieren. Da kann ich nur eines sagen: Unbedingt empfehlenswert! J