2. Woche

 

Montag, 7.2.05: Weiter ging die Fahrt durchs Niemandsland. Allerdings mit einem kurzen Schrecken ca. ¼ Stunde nach unserer Abfahrt: Der Öldruck steigerte sich langsam aber sicher bis fast zum Roten hin; zusätzlich leuchtete plötzlich irgendein Lämpchen auf, das wir zuerst beim besten Willen nicht einzuordnen wussten. Also: Notstopp, kurz warten und das Servicehandbuch hervorkramen. Da erst bemerkten wir, dass sich der Kilometerzähler bei ziemlich genau 340'000 befand, d.h. das Auto sollte also – zumindest nach Bordcomputer – in den Service. Auch der Öldruck normalisierte sich und so setzten wir unsere Reise fort. Gegen 15.00 h hatten wir es dann endlich geschafft: Wir kamen in Ceduna an, einer Stadt mit ca. 4000 Einwohnern. Bevor wir aber Stadtgebiet betreten, resp. befahren konnten, wurden wir von einem freundlichen Officer aufgefordert, doch unsere Vorratsbox zur Kontrolle zu öffnen. Nicht, dass er hungrig gewesen wäre – nein! Er wollte wissen, ob wir wirklich alle Früchte und alles Gemüse zurückgelassen haben. Die Erklärung dafür ist relativ einfach: Südaustralien ist bisher von der Fruchtfliege verschont geblieben. Diesen Zustand sucht man zu erhalten. Nachdem wir den Officer beruhigt hatten, konnten wir unsere Vorräte wieder aufstocken und weiter Richtung Port Lincoln fahren. Wir erhofften uns von diesem ca. 300 km langen „Umweg“ interessante Aussichten. Doch wir wurden enttäuscht. Zwar verläuft die Strasse laut Karte meistens genau dem Ozean entlang, doch sahen wir davon nicht wirklich viel! Also änderten wir unsere Pläne und fuhren lediglich bis Streaky Bay, einem verschlafenen Fischerdorf. Dort quartierten wir uns in einem Budget Motel ein.

 

Dienstag, 8.2.05: Morgens verliessen wir früh Streaky Bay und fuhren wieder auf dem Eyre Highway Richtung Port Augusta. Die Landschaft blieb vorerst, wie wir sie schon seit mind. 1200 km kannten, doch dann begann sie sich nach Port Augusta langsam zu ändern. In Sicht kamen die Flinders Ranges, eine Hügel-, resp. Bergkette. Wir beschlossen, nun gegen Adelaide zu fahren. Aus dem Reiseführer wussten wir, dass es im Clare Valley viele Vineyards gibt; die zogen uns definitiv magisch an! ;-) Faszinierend war es, die Gegend zu beobachten. Sie glich nun immer mehr einer typischen Weinbaugegend. Ja – hier gefiel es uns! In Clare selber sahen wir bereits das eine oder andere Weingut, das man auch besuchen konnte. Wir wollten aber erst eine Unterkunft finden und das Glück war uns einmal mehr hold: Im Clare Valley Motel liessen wir uns nieder und buchten gleich 2 Nächte, um genügend Zeit für die Erkundung der Gegend zu haben… J Nebenbei bemerkten wir, dass wir doch tatsächlich schon wieder eine Zeitzone überschritten hatten. Wir sind jetzt 8 ½ Stunden „voraus“ gegenüber der Schweizer Zeit.

 

Mittwoch, 9.2.05: Nach einer erholsamen Nacht machten wir uns vormittags auf, die „Stadt“ Clare etwas unter die Lupe zu nehmen. Entlang der Hauptstrasse waren alle wichtigen Geschäfte zu finden, so dass wir kaum Probleme hatten, uns zurechtzufinden… ;-) Das Frühstück nahmen wir in einer kleinen, aber süssen (in jeglicher Hinsicht) Bäckerei ein. Gegen Mittag zog es uns zurück ins Hotel, wo wir uns ein Mittagsschläfchen gönnten. Die letzten 3 Tage forderten anscheinend ihren Tribut! J Am Nachmittag wollten wir dann endlich ein Weingut anschauen. Wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Wir entschieden uns für „Quelltaler“, das ebenso ein kleines Museum beherbergt. Anschliessend fuhren wir noch etwas in der Gegend herum und entdeckten dabei einige hübsche Aussichten.

 

Donnerstag, 10.2.05: Die Fahrt von Clare nach Adelaide dauerte nicht lange. So fanden wir uns bereits gegen Mittag in der Hauptstadt von Southern Australia ein. Nach längerer Suche nach einem geeigneten Parkplatz (4 Std. = 4 $) konnten wir uns schliesslich auf Entdeckungstour begeben. Die City selber ist nicht wirklich gross, so dass wir sie ohne weiteres auch zu Fuss entdecken konnten. Und wo landeten wir zuerst? Natürlich in der Shopping-Gegend um die Rundle Mall! J Da konnte ich erst einmal meinen Bücher-Vorrat wieder aufstocken, denn ich hatte alle 4 mitgebrachten Taschenbücher bereits schon wieder gelesen… Nachmittags begaben wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft, möglichst in der Nähe der City und wurden fündig in Form eines Comfort Inn. Abends hatten wir wieder einmal Glück und fanden einen Italiener (Boccelli an der Hutt Street), wo wir uns eine Flasche Shiraz und zwei ausgezeichnete Pizzas genehmigten.

 

Freitag, 11.2.05: Der heutige Tag sollte genutzt werden, v.a. den Botanical Garden wie auch das National Wine Centre of Australia unter die Lupe zu nehmen. Beide Sehenswürdigkeiten können gratis besichtigt werden und lohnen auf jeden Fall! Wir genossen es sehr und konnten es kaum fassen, wie schnell die Zeit vergeht… Da unsere Füsse mittlerweile dringend nach einer Erholung lechzten, gönnten wir uns eine kleine Pause inmitten eines der zahlreichen Parks, die die City umgeben. Nach einer kleinen Siesta beschlossen wir, die Innenstadt auch etwas weiter westlich zu erkunden. Dort sahen wir dann das Parliament House, Adelaide Station, das Casino wie auch das Adelaide Festival Centre. Somit hatten wir - unserer Ansicht nach - die wichtigsten Sehenswürdigkeiten tatsächlich schon gesehen! Sollten wir auch, denn am nächsten Tag würde die Reise weitergehen…

 

Samstag, 12.2.05: In Clare hatten wir von einer „Mitbewohnerin“ des Motels den Tip erhalten, doch auch Port Adelaide zu besuchen, da man dort sehr günstig Dolphin Watching Cruises buchen könne. Vor Ort stellten wir dann leider fest, dass diese Rundfahrten nur am Sonntag stattfinden… Schade! Doch weiter ging es Richtung Fleurieu Peninsula. Wir fuhren bis Cape Jervis, um abzuklären, ob sich ev. eine Überfahrt nach Kangaroo Island lohnen würde. Mittags waren wir da, doch die nächste Abfahrt war erst für 18.00 h abends vorgesehen. So lange wollten wir nicht warten, daher fuhren wir weiter bis nach Victor Harbor, von wo wir Granite Island besuchten. Diese kleine Insel besteht – wie es der Name schon sagt – mehrheitlich aus Granit-Felsformationen und beherbergt kleine Pinguine. Sie ist praktisch nur zu Fuss oder per Eisenbahn (welche ein Pferd zieht!) erreichbar. Kurz überlegten wir uns, in der Gegend zu übernachten, weil es aber erst ca. 15.45 h war, beschlossen wir, doch noch weiterzufahren. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. In Murray Bridge fand am Wochenende ein Speedway Racing statt, daher waren alle Motels im Umkreis von 80 km ausgebucht. L Für einmal fuhren wir also auch bei Dämmerung weiter und fanden in dem kleinen Nest Tintinara dann doch noch eine günstige Übernachtungsmöglichkeit.

 

Sonntag, 13.2.05: Brrrr! Nach einer wirklich kühlen Nacht und der lebensrettenden Massnahme René’s, uns nämlich einen Schlafsack aus dem Auto um 3.00 h morgens zu holen, fuhren wir heute schon am früheren Morgen Richtung Mount Gambier ab. Dies aber nicht ohne einen Halt in Robe, einem wunderschönen kleinen Dorf direkt am Meer mit türkisblauem Wasser und in Beachport einzuschalten. Die Fahrt zu unserem heutigen Ziel führte uns durch unglaublich viele Wälder, die aber nicht natürlich gewachsen, sondern „schön“ geradlinig durch Menschen angepflanzt wurden. Mount Gambier ist nämlich das Zentrum einer bedeutenden Holzindustrie. Dies merkt man der Stadt auch an: Hier gibt es keine heruntergekommenen Häuser, sondern gepflegte Vorgärten und viele hübsche Villen.