3. Woche

 

Montag, 14.2.05: Mount Gambier ist nicht nur Zentrum einer Holzindustrie, sondern wurde auch am Fusse eines längst erloschenen Vulkans erbaut. Dieser Tatsache verdankt die Stadt auch eine berühmte Sehenswürdigkeit: Blue Lake. Es handelt sich dabei um einen Kratersee, dessen Wasser sich immer im Frühling in ein wunderschönes Azurblau verfärbt. Die Ursache dafür konnte bis heute nicht eruiert werden. Unsere Reise ging weiter nach Port MacDonnell, wiederum einem hübschen kleinen Fischerdorf direkt am Meer. Von hier aus fuhren wir immer der Küste entlang vorbei an Portland, Port Fairy, Peterborough, immer Richtung Warrnambool. Schon waren wir also im Bundesstaat Victoria angelangt! Summ, summ, summ – nein, keine Bienen, sondern Millionen von Midges, sprich Mücken, die innert kürzester Zeit auch unsere Windschutzscheibe zierten, säumten jetzt unseren Weg… ;-) Von nun an waren wir auf der Great Ocean Road unterwegs, die wirklich viele lohnenswerte „Scenic Lookouts“ bereithält. Eine atemberaubende Küste nimmt einen hier gefangen. Wir kamen nicht mehr aus dem Staunen heraus und fotografierten, was das Zeug hielt… Unsere Zelte schlugen wir schliesslich in Port Campbell auf.

Seitenblicke (rlo): Was essen wir beide eigentlich am Morgen? Nein, weder Continental- noch American-Breakfast – sondern Joghurt. Und nicht etwa gemeines „Birchermüesli“, sondern vielmehr probieren wir uns durch Sorten, welche es bei uns zu Hause nicht oder nur selten in den Regalen gibt. Da sind z.B. Fruchtsorten wie Mango und Passionsfrucht – daneben aber auch Exotischeres wie Lemon Tart, Cheesecake oder Apple Pie. ;-)

 

Dienstag, 15.2.05: Nach einem ziemlich heissen Tag gestern (31° C) wurde ich nachts unsanft aus meinen Träumen gerissen: Ein Sturm zog über Port Campbell und brachte Regen wie auch eine ziemliche Abkühlung (18° C) mit sich. Uns war dies aber recht, denn Sightseeing bei zu hohen Temperaturen kann ziemlich schweisstreibend sein. Unsere Reise entlang der Great Ocean Road ging weiter und wir bewunderten so auch noch die „12 Apostels“, eine weitere Felsformation im Meer. Unterwegs sahen wir wiederum viele hübsche Ortschaften, einige davon direkt am Meer. Aufgefallen ist uns auch die Architektur, die sich hier lebhaft von der in WA (= Western Australia) oder SA (South Australia) unterscheidet. Wir beschlossen, heute nicht allzu viele Kilometer abzuspulen und liessen uns in Queenscliff nieder.

 

Mittwoch, 16.2.05: Schon einmal von 3D-Wolken gehört? Nein? Dann müsst Ihr unbedingt nach Australien kommen! ;-) René stellte heute fest, dass die Wolken hier irgendwie anders, eben 3D aussehen… Allerdings musste ich ihm beipflichten: Die Skyline von Melbourne kam in Sicht, dahinter eine ganz spezielle Wolkenformation – toll! Einmal mehr waren wir also in einer Metropole unterwegs und kamen ganz gut zurecht. Unsere Unterkunft, das Mercure Hotel, fanden wir im Zentrum in der Nähe von Chinatown. Hier liessen wir wiederum unser Auto stehen und buchten 2 Nächte, um in Ruhe die Stadt anschauen zu können. Nachmittags bestiegen wir das „City Circle Tram“. Dieses Tram umkreist die City, ist gratis (!), und fährt an fast allen wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbei. Wir konnten uns so bequem eine Übersicht verschaffen, was wir am nächsten Tag alles genauer unter die Lupe nehmen wollten. Abends lockte Chinatown mit verführerischen Düften. Bald hatten wir ein Restaurant gefunden und liessen uns von der chinesischen Küche verwöhnen.

 

Donnerstag, 17.2.05: Früh waren wir heute Morgen unterwegs, um die City genauer anzuschauen. Zu früh, denn die Geschäfte, wie auch Museen öffnen hier in der Regel erst gegen 10.00 h. So entdeckten wir dafür ein kleines Café, das frische Bagels und einen hervorragenden Espresso anbot – wir liessen es uns schmecken. Dann ging’s weiter Richtung Melbourne Museum (Eintritt: 6 $). Unglaublich, was man hier alles anschauen kann! Wir verbrachten fast 3 Stunden darin und hatten lange noch nicht alles gesehen… Dann waren die Docklands dran (die allerdings noch nicht komplett fertig gestellt sind), die Regierungsgebäude, verschiedene Kirchen und zu guter Letzt auch noch die Bourke Mall. Insgesamt waren wir heute 7 Stunden unterwegs… Doch langweilig ist es uns noch keine Sekunde geworden!

Abends zog uns die Hardware Lane an. Entlang dieser Strasse findet man viele kleine, meist italienische Restaurants. Wir liessen uns von den Menukarten inspirieren und fanden bald einen guten Platz. Während wir es uns gut gehen liessen, trauten wir unseren Augen nicht; ein paar Tische weiter sassen doch tatsächlich Ursus und Nadeschkin!

 

Freitag, 18.2.05: Heute hiess es Abschied nehmen von Melbourne. Unsere Reise führte uns jetzt wieder Richtung Westen, wollten wir doch in die Nähe des Grampian Nationalparks fahren. In Ballarat besuchten wir aber zuerst Sovereign Hill, ein nachgebautes Goldgräberstädtchen. Zuerst hat uns der enorme Eintrittspreis etwas erschreckt: 29.50 $ sollte es für einen Erwachsenen kosten. Doch dann fand ich: Dies wird ein Teil des Geburtstaggeschenkes für René werden. Schliesslich soll so ein Tag auch gebührend gefeiert werden! Die Entscheidung haben wir nicht bereut. Viele Attraktionen können besichtigt werden. Unter anderem auch eine Tour durch eine unterirdische Goldmine, welche extrem interessant und abwechslungsreich gestaltet ist. Wir haben an diesem Tag vieles über das Leben ca. Mitte des 19. Jahrhunderts erfahren, vor allem aber auch über das harte Dasein der Goldgräber. Nachdem wir fast 5 Stunden in Sovereign Hill verbracht hatten, beschlossen wir, für diese Nacht in Ballarat zu bleiben und liessen uns in einem Best Western Motel nieder.

 

Samstag, 19.2.05: Unterwegs zum Grampian Nationalpark kamen wir an Ararat vorbei, einem hübschen kleinen Städtchen, das von chinesischen Goldgräbern gegründet wurde. In Halls Gap, dem Hauptort des Nationalparks, besichtigten wir das Visitor Centre und entschlossen uns, den Reid Outlook zuerst anzupeilen. Von diesem Punkt aus hat man eine phantastische Aussicht über einen Grossteil des Parks. Ein etwa 15 minütiger Spaziergang führte uns zu den Balconies – einer Sandsteinformation -, wohl dem bekanntesten Ort der Grampians. Da wir beide letzte Nacht nicht besonders gut geschlafen hatten, kehrten wir nach Halls Gap zurück und buchten ein Zimmer gleich für zwei Tage, wiederum in einem Best Western Motel. So hatten wir genügend Zeit, den Nationalpark zu erkunden.

 

Sonntag, 20.2.05: Zum ersten Mal in unseren Ferien genossen wir ein „richtiges“ Frühstück. Am späteren Vormittag machten wir uns auf, weitere Sehenswürdigkeiten des Parks anzuschauen. Zuerst besichtigten wir die MacKenzie-Falls, ein wunderschöner Wasserfall, den man auf einem gut ausgebauten Weg bis ganz nach unten sozusagen „begleiten“ kann. Eine atemberaubende Aussicht! Bevor wir aber den Wasserfall überhaupt hörten, entdeckte doch René tatsächlich einen Kookaburra, der friedlich auf einem Baum sass! Bei „Zumstein“ können am Nachmittag Kängurus beobachtet werden. Leider waren wir zu früh da, denn weit und breit war keines dieser Exemplare zu erspähen! Weiter ging es zum Borooka-Outlook, der wiederum einen phantastischen Überblick über die Weite des Nationalparks ermöglicht. Nachmittags zog uns die Kühle unseres Hotelzimmers magisch an, denn das Thermometer kletterte heute einmal mehr auf über 30° C…