Reisebericht zur Herbstour 2009 nach Frankreich
Freitag 4. und
Samstag 5. September
Irgendwie wurde der Frischling (äh Neuling) Dueni bestimmt den Reisebericht zu schreiben. Also versuche ich mich darin…
Die erste Herausforderung liegt aber bei mir Zuhause: Was nimmt man auf so eine Reise mit? Ein paar Tipps habe ich mir natürlich schon eingeholt. Am Freitagabend stehe ich dann davor: Habe ich genug dabei, etwas vergessen?
Am nächsten Morgen ist alles bereit: Seesack aufgespannt, Rucksack um und es kann losgehen:

Von Bazenheid her starteten die vier Loser und Brüni um 8:00h. Nach und nach treffen die Fahrer nun in Würenlos ein, dort wird um 9:00h losgefahren:

Nach einem Tankstop im Grauholz wird ein Kaffeestop im Autobahnrestaurant Autogrill bei Estavayer-le-Lac eingelegt. Dort ist das Personal ein wenig unterbesetzt, aber es kriegen doch noch alle ihren Kaffee oder ihre Schokolade.
Nach einem zusätzlichen Tankstopp wird nach Annecy ein Bistro für das Mittagessen gefunden. Die Bedienung regelt das mit den kleinen Tischen und wir haben eine Tischreihe für uns 10. Das Menu wird uns in Form einer Tafel auf einem Stuhl präsentiert:

Da nicht alle die gleich guten Französisch Kenntnisse besitzen wird untereinander nachgefragt und geholfen. Das wird sich die nächsten Tage sicher noch besser einspielen. Gespeist haben wir auf alle Fälle gut.
Bis dass wir an einem grossen Kreisel fast den Einen oder Anderen verloren hätten verlief der Rest der Fahrt gut und wir erreichten über Albertville unseren Zielort Le Praz bei Courchevel. Wir bezogen unsere Zimmer und erlösten die Motorräder von den Packungen. Die ganz verbissenen (vier Stück an der Zahl) wollten es noch wissen und fuhren vor dem Nachtessen nochmals los: Sie kraxelten auf 2‘800m hoch. Um 19:ooh trafen wir uns zum Abendessen: Eine grosse Auswahl gab es nicht, wir hatten ein Restaurant welches offen hatte. Dort fanden wir auch wieder das gleiche Zeremoniell mit der Menukarte J Nach dem Essen bekamen einige von sicher noch ein paar graue Haare: Es wurde über Internet in verschiedenen Zimmern der Qualifikationsmatch Schweiz-Griechenland verfolgt. Wenigstens waren die ergrauten Haare nicht umsonst, die Schweiz gewann 2:0.
Sonntag 6.
September 09
Um 8:ooh wird gefrühstückt! Denkste. Sie schicken uns wieder raus, sie bräuchten noch 10 Minuten um das Frühstück zu richten. Aber wir haben ja Ferien J
Um ca. 9:00h geht’s los, von Le Praz hoch, die diversen Courchevel durchquert (Courchevel 1300, 1550, 1650 und 1850). Dann nur noch Feldwege soweit das Auge reicht ;-)
Um 9:40h sind wir schon auf dem ersten Gipfel auf 2700m, ich glaube auf dem Saulire. Wisi, Marco und Brüni fahren ein Couloir hinunter: Da bleibt ein unterwegs ein wenig Helmfarbe liegen. Oben wieder angekommen gibt‘s ein Foto fürs Album:
Für den Frischling hat es aber mal zwischendurch Überwindung gekostet ein steileres Teilstück hochzufahren, aber es ging dann doch. Langsam taste ich mich heran.
Der zweite Gipfel ist der Mont de la Challe auf 2570m. Da ist es ungefähr 11:00h.
Roc des trois marches ist der nächste Gipfel 2704m
Mont de la Chambre 2850m. Dort war eine wahnsinnige Aussicht, um 360 Grad konnte man die Gipfel rundherum bewundern, vom Mont Blanc als mächtigsten der Berge, die restlichen französischen Alpen und sogar bis nach Italien.
Dann folgt die Abfahrt nach Les Menuirs, dort finden wir sogar eine Tankstelle welche funktioniert. Wie es scheint hat in diesem Ort auch ein Restaurant offen, Alois hat gesehen wie die Serviertochter gewunken hat. Da kriegen wir die plate de jour: Eine Art Schüblig mit Bratkartoffeln.
La Masse auf 2785m. Von dort mussten wir unsere Abfahrt ein wenig suchen. Da irgendwo ging auch reNés Nummer verloren. Einmal hatte es auch keinen Feldweg, da rutschten wir die Skipiste hinunter. Es war für meine Verhältnisse recht steil, aber es ging sich dann auf.
In Méribel trennten wir uns auf: Entweder nochmals den Saulire hoch oder darum herum. Ich entscheide mich mit Wisi und Chrigi für die kürzere Variante um den Gipfel herum.
Bilanz des Tages: Helmfarbe verschenkt, zwei Kupplungshebel abgebrochen (reNé und Düni) und eine Motorradnummer ist verloren gegangen. Und ich merke es doch dass wir 125km gefahren sind und auch über 5000 Höhenmeter (vier Berggipfel) zurückgelegt habe. Die anderen haben sogar 6900 Höhenmeter erfahren J Ach ja, fast vergessen: In ca. 2‘400m Höhe überholten wir einen anderen Biker, einen Mountainbike Fahrer… Der suchte seine Herausforderung auf anderen Wegen!
Montag 7. September
2009
Um 8:00h wird wieder gefrühstückt, diesmal ist es parat. Und um Punkt 9:00h geht es los: Diesmal auf die andere Seite. Zuerst tanken wir in der Nähe von Brides les Bains. Dort hat es auch einen Supermarkt welchen wir nutzen um das Mittagessen einzukaufen. Alles verstaut brechen wir auf in Richtung der Berge. Zuerst in ein Dorf auf Nebenstrassen. Auf einmal wird auf einen besseren Trampelpfad abgebogen, ich denke mir nur; sind wir hier richtig? Da geht es ca. 2km immer höher hinauf, bis wir an einer Baustelle enden. reNé und Roli fahren den Pfad bis an ein Haus weiter (dort nehmen Sie eine Treppe am Haus vorbei…), der Rest nimmt den Umweg über die Baustelle: Dort räumen die Bauarbeiter Rohre aus dem Weg damit wir durchfahren können: einfach kein Vergleich zu der Schweiz, dort hätte man sicher mit Fäusten hinter uns her gewunken. reNé meinte nur, dass eine Haus sei vor 3 Jahren noch nicht gestanden. reNé führt uns noch zweimal bewusst in eine Sackgasse, aber dieser Umweg lohnte sich. Es gibt die erste Verschnaufpause gegenüber unserem Ort Le Praz, man sieht sehr schön die Sprungschanze des Ortes.
Das Refuge du Mont Jovet (2350m) ist unser nächstes Ziel,
ein schönes altes Restaurant auf der Alp. Ein Getränkehalt
ist dort angesagt. Dort hat es Wanderer und Biker als auch Sonntagsausflügler
welche mit ihrem normalen PW (Audi A4, ich frage mich ob der nicht ab und an
angestanden ist) hochfahren.
Nach ein paar weiteren Sackgassen (ich wäre sowieso
verloren
J) gewinnen wir durch
einen sehr schönen Waldweg (oder ist es mehr ein breiterer Pfad) immer mehr an
Höhe. Dann folgen wieder Feldwege bis hoch zur Bahnbergstation (ich glaube
Grande Rochete) auf 2500m Höhe. Dort essen wir zu Mittag. Es hat dort eine
Piste welche als schöne Rampe genutzt wird, zur Hochfahrt vor dem Mittag
als auch nach dem Mittag für Aufnahmen und Stilstudien.
Von der Bahnstation sehen wir auch unser nächstes Ziel auf 3050m Höhe. Dies ist ein Schneefeld, mitten in einer Schiefergestein Halde. Aber es ist auch gut mit einem Feldweg erschlossen, wie fast alles hier in Savoien. Wir fahren da hoch bis zum Schnee.
Den Abstieg müssen wir uns verdienen. Wir versuchen einen Weg an einer Alphütte vorbei. Dort frage ich den Bauern ob wir hier durchdürfen und wir ins Tal kommen. Er meinte nur, sicherlich dürfen wir hier durch, aber der Weg ende nur in einem Pfad. Wir sollen es doch versuche, vielleicht müssen wir auch umkehren. So ist es auch, der Pfad wäre zu steil. Also suchen wir einen andern Weg, der führt uns wieder ins Tal hinunter.
Es war ein sehr anstrengender aber unvergesslicher Tag: auch wieder ca. 130km mit über 6000 Höhenmetern! Ich weiss gar nicht was wir hier in der Umgebung noch zu sehen bekommen.
Dienstag 8.
September 2009
Beim Frühstück um 8:00h trifft man sich für den neuen Tag. Heute waren wir nochmals auf der gleichen Seite wie am ersten Tag. Es geht über Courchevel hoch, doch wir versuchen es ein wenig mehr links. Es bleibt aber beim Versuch. Während die einen noch an einer unteren Kante hängenbleiben, merkt die obere Gruppe dass es nicht weitergeht. Also kehren wir um und nehmen einen anderen Feldweg. Somit fahren wir hoch zum Saulire, dort wo wir am ersten Tag schon waren. Von dort geht es hinunter nach Meribel; jedoch über eine nicht so geeignete Route, das Terrain ist rutschig.

Ich entscheide mich wieder umzukehren und hochzufahren und den Feldweg zu nehmen, die anderen kommen mehr oder weniger gut unten an. Zu Mittag (am Morgen im Lädeli eingekauft)möchten wir natürlich in der Höhe essen, somit fahren wir zur Endstation des „Funitel Bouquetin“ auf 2810m.
Doch die Rampe dort hinauf hat es in sich. Der eine und andere bleibt hängen. Mit vereinten Kräften (sei dies mit anschieben im steilen Gelände, das Motorrad hinaufschieben oder sogar das Motorrad von Könnern hochfahren zu lassen) kommen alle oben an. Man kann auf reNés Webseite einen Augenschein nehmen.

Nach dem Mittagessen bemerken wir, dass wir in der Nähe sind wo reNé seine Nummer verloren hat. Also brechen wir zu einer allgemeinen Nummernsuche auf (wir hatten wohl am Vortag schon 20 Minuten investiert). Es dauerte nicht allzu lange und die Nummer wurde gefunden.
Weiter geht’s zum „Funitel Peclet“ auf 2942m. Es hat im
unteren Bereich einen Weg, welcher aber in einer Rampe endet. Dort hat es zum
Teil schöne Flächen aber auch Bereiche mit losem Geröll. Peter fährt mir die
Rampe nochmals vor, weil ich später dazu gestossen bin. Ich bleibe natürlich auf
etwa halbem Weg stecken. Doch es lässt es mir nicht zu und auf eine flacheren
Eben kann ich nochmals losfahren und schaffe es dann auch noch hoch. Vielleicht
war das sogar mein Gesellenstück, es hat auf alle Fälle Spass gemacht!
J
Auf der anderen Seite hinunter gehen wir einen Kaffee in Val Thorens trinken. Das liegt zwei Täler von unserem entfernt.
Für die Heimfahrt teilen wir uns auf: Die eine Gruppe möchte nochmal einen Berg hochkraxeln und dann auf Meribel hinunter und dort die Strasse nach Le Praz, die Andere fahren ganz nach unten über Brides les Bains auf den Strassen den weiteren Weg. Wie sich herausstellt, sind die Kraxler sogar schneller. Wir nehmen dann das Bier bei uns im Hotel. Das war der dritte Tag bei strahlendem Sonnenschein (heute etwa 22 Grad)!!
Mittwoch 9. September
2009
Rechts von Courchevel haben wir ja schon sehr viel befahren. Heute geht’s links hinauf. Die erste Station ist die Endstation des Liftes Signal. Von da möchten wir noch weiter nach links, finden aber den Einstieg nicht sofort. Wir müssen noch mehr zurück retour gegen das Dorf und finden so einen Weg. Wie wir später herausfinden ist es das Gebiet um „le petit Mont Blanc“. Dort fahren wir soweit die Strasse geht, durch Kuhweiden und an einem kleinen Alphof vorbei. Eine erste Wandergruppe schaut erstaunt und winkt uns zu, der eine sogar mit einem Viktory Zeichen. Bei der Endstation kehren wir wieder um.
Wir fahren bis etwa in die Hälfte zurück und biegen dann nochmals links ab, wir kommen da zum „Refuge du Grand Plan“. Es ist ein Restaurant und hat ca. 35 Schlafplätze, vieles neu eingerichtet. Dort können wir unser mitgenommenes Mittagessen verzehren, wir bestellen die Getränke dazu. Mit dem Essen fertig, wird uns ein Schnäpschen im Reagenzglas serviert. Nach einer Pause gönnen sich noch ein paar ein Kaffee. Und ein selbst gemachter Frischkäse wird uns auch noch angeboten. Es ist ein sehr schöner Ort; rundherum hat es Murmeltiere und ein Rüttelfalkennest im Felsen. Immer wieder sehen wir wie die Falken umherfliegen, in der Luft stehen bleiben oder wie wir vermuten sich zwei Jungtiere verfolgen.
Gestärkt fahren wir Richtung Courchevel zurück und hoch zu der Endstation des „Aiguille de Fruit“ Lifts auf 2401m unterhalb des Gipfels „Visielles“, dort gibt es eine Skipiste die „Suisse“ heisst: Wie treffend für heute J
Auch diesen Tag geht’s auf zum Hausberg dem Saulire. Dort erproben wir noch verschieden Varianten die Rampe hochzufahren. Auf der hinteren Seite nehmen wir den Weg Richtung Meribel, fahren aber Tal auswärts wieder hoch, dort ist „le roc“ der „col de la Loze“ auf 2274m. Von dort nehmen wir den Weg Richtung Courchevel, somit ist unser Töfftag zu ende.

Ach ja, etwas hätte ich fast vergessen: Die Fussballfans hatten ein Problem. Der Match Lettland-Schweiz kann am Fernsehen nicht verfolgt werden infolge Mangel an Schweizer Sender hier in Frankreich. Dazu wurde eine Live-Übertragung eingerichtet: Mit einem Notebook mit Webcam vor dem Fernseher in der Schweiz und einer Messenger Live Verbindung wurde das Videosignal hier nach Le Praz gesendet; eine technische Meisterleistung ;-)
Donnerstag 10. September 2009
Beim Frühstück wird die Ausgangslage besprochen: Auf den Samstag hat es
schlechteres Wetter. Da wir nicht unbedingt im Regen nach Hause fahren wollen,
entscheiden wir am Freitag schon zurückzufahren. Für mich passt es so, es war
doch einen anstrengende Woche. Ich merke auf alle Fälle Muskeln welche ich
bisher nicht gekannt habe.
Heute geht
es nochmal auf die gegenüberliegende Seite auch wieder zum Refuge du Mont Jovet,
aber ein wenig weiter nach links ausgeholt. Dort wird ein Kaffee getrunken.
Nebel und die ersten Wolken ziehen auf, aber der Rest des Tages wird wieder
besser, es scheint mehrheitlich die Sonne.
Über ein
paar Ecken wird der nächste Stopp an einem Wasserspeicher für den Winter unser
Platz für das Mittagessen. Das einfache Mittagessen hat mir auch Spass gemacht:
Frisches Brot, Salami oder Schinken und verschieden Käse. Dann noch zum Dessert
etwas Süsses!

Ab und zu
hat es auch Vieh auf den Alpen. An diesem Nachmittag versperrten uns ein paar
Viecher den Weg: Sie wussten nicht wohin und wir konnten nicht vorbei. Nach dem
kurzen Intermezzo ging's aber wieder weiter.
In einem
Dorf (ich weiss nicht mehr welches) nehmen wir noch einen Kaffee. So sind dann
Heute doch ca. 120km zusammengekommen.
Über das
Nachtessen habe ich gar nie geschrieben, dabei war es mehrheitlich auch sehr
gut. Wir wechselten ab zwischen dem Hotel und einem Restaurant in der Nähe. Beim
Hotel kostete das Menu €23.- im Restaurant daneben € 25.- Einmal fuhren wir nach
Courchevel 1650 hoch in eine kleine Pizzeria, ich fand das eine gelungene
Abwechslung; das Problem daran - wir mussten das Motorrad nehmen. Das passt
nicht so gut wenn man Wein oder Bier dazu genehmigt.

Freitag nine-eleven / 11. September
2009
Wir ziehen es durch wie die ganze Woche, um 8:00h gibt es Frühstück und um 9:00h
wird doch mit Wehmut (wenigstens bei mir
J)
losgefahren. Das Wetter schaut hier oben noch ansprechend aus. Doch immer weiter
gegen die Schweiz wird es Wolkiger und vor allem Windiger! Aber es hällt, ich
werde nicht Nass bis nach Hause. Wir essen noch irgendwo im Welschland zu
Mittag, die meisten gluschtet eine Pizza. Im Grauholz verabschieden wir uns da
später um Zürich unterschiedliche Richtungen eingeschlagen werden. Bis zu mir
nach Hause sind es 400km von Le Praz aus.
Tja, das war's auch schon wieder. Es war auf alle Fälle eine super Sache! Ich
freue mich auf ein nächstes Mal
dueni