Samstag:

pünktlich um 8h ging’s los. wie üblich traf brüni als letzer ein. das wetter spielte uns diesmal keinen streich. etwas kühl – aber herrlich sonnig konnten wir die erste etappe in angriff nehmen. richtung toggenburg – über den ricken ins glarnerland – hinauf auf die klausen passhöhe. dort gönnten wir uns den ersten kaffee. einige konnten auch der „ürner“ huswurscht nicht widerstehen.

ab altdorf ging es dann mühsam im kolonnenverkehr richtung gotthard. glücklicherweise nahm der verkehr ab dem abzweiger in andermatt rapide ab. in fiesch nahmen wir dann das mittagessen ein. via grossem- und kleinem- st. bernhard gelangten wir zu unserem ersten nachtlager in val-d’isère. einer geisterstadt ähnelt das kaff in der sommersaison. die unterkunft im einzigen offenen hotel war aber angenehm.

 

Sonntag:

gut verpflegt ging es um 8:30h wieder los. 2.7° celsius zeigte das thermometer an diesem morgen noch an. also packten wir uns entsprechend gut ein und fuhren hinauf zum col d’iseran. ein kurzer fotohalt und weiter über den mont cenis nach susa. ab susa beginnt die assietta kammstrasse. 2 stopps waren aber auf dem weg hoch zum colle di finestra notwendig. der erste aufgrund einer sonntagsprozession – der zweite wegen der ersten panne. mein 400er hatte aussetzer. wir wechselten die kerze und dann gings ohne probleme weiter. ob die kerze auch die ursache des problems war ist noch ungeklärt. evtl. lag es auch an einem zu dichten tankdeckel.

all die kleinen schotterpässe sind zum glück noch nicht auf jeder karte gut vermerkt. dennoch hatte es wesentlich mehr verkehr als in vergangenen jahren. so gelangten wir gegen mittag nach sestriere wo wir uns eine pizza reinzogen.

weiter ging es über bekanntes gebiet. die meisten teilnehmer kennen die gegend von vergangenen touren nach embrun. über den col de vars und den col de larche gelangten wir ins zielgebiet. „bagni di vinadio“ heisst das bergdorf in dem wir unser basislager aufschlugen. in einem kleinen 2-stern hotel auf rund 1300m gelgen richteten wir uns für diese woche ein. beim nachtessen genossen wir dann die italienischen lifestyle. mit 4 verschiedenen vorspeisen, pasta, dem hauptgang, dessert, kaffee und grappa legten wir uns nach mittlerweile 800km verdient und müde aufs ohr.

 

Montag:

na ja, nach dem vorzüglichen nachtessen fiel das frühstück doch eher etwas mager aus. zum glück waren unsere mägen noch relativ voll. anschliessend machten wir uns auf dem weg um die nähere gegend etwas zu erkunden. wir fuhren ins refugio gleich oberhalb unseres quartiers. vorbei an einer rot-weissen, runden tafel die wir nicht kannten ging es mit den ersten schotterpisten los. etwas hochnebel war für eine fast mystische stimmung verantwortlich. oben angekommen machte uns ein freundlicher schafhirte darauf aufmerksam dass unser weg hier ende. selbstverständlich folgten wir dem ratschlag des einheimischen und machten uns auf den weg ins tal. in aisone besorgten wir uns verpflegung für den tag. in demonte verliessen wir die strasse nach cuneo und machten uns auf den weg in richtung san giacomo. zwei, oder drei dörfer folgten noch – jedes selbstverständlich mit eigener kirche – und anschliessend ging es in ein nahezu unbewohntes tal hinein. an einer abzweigung versuchten wir auf den colle virbianc zu gelangen. die piste endete bei einer alphütte. turn around – und weiter ins tal hinein. über dem hochnebel öffnete sich ein unvergleichliches panorama. mindestens zwei dutzend murmeli sahen wir. die meisten sprangen in ihre höhlen. doch einige vorwitzige zeigten sich uns sogar für fotoaufnahmen. zwei deutschen wanderern begegneten wir in der fast menschenleeren gegend. insgesamt sind wir an diesem tag rund 200km über meist unbefestigte pisten gefahren.

nach einem unsanften abgang von ruedi kam wisi jun. problemlos auf dessen bike zum stehen. kurz alles etwas gerade richten – unnötigen ballast mit der schere beseitigen – und es konnte weitergehen. auf der rückfahrt in „headquarter“ stoppten wir kurz bei einem schweisser, welcher den sound von marco’s 400er etwas zivilisierte.

 

Dienstag:

da ruedi nicht bereit war stiefel in grösse 58 zu kaufen – in die sein fuss bestimmt gepasst hätte – verzichtete er wohl oder übel auf die 2. tagestour.

also ging es zu sechst los richtung tal und nach einigen kilometern zweigten wir richtung colle de lombarda ins schigebiet von isola 2000 ab. gut nach der hälfte der strecke zur passhöhe kann man die reguläre strasse verlassen und auf einer schotterpiste den weg nach oben finden. nicht alle pisten waren durchgehend befahrbar. oben angekommen untersuchten wir einen alten militärbunker. stockfinster in einer menschenkette suchten wir im bunker nach wegen.

danach ging es weiter richtung isola – zwischenverpflegung einkaufen – und weiter ins schigebiet von auron. hoch über auron markierte marco den punkt für den mittagshalt mit einem kleinen abflug. genüsslich speisten wir während er seinen vorderradschlauch wechselte und den unterarm etwas mit serviette und formel1-band verarztete. anschliessend ging es weiter bis zur bergstation auf rund 2500m. weiter über endlosen schotter fanden wir einen weg hinunter nach saint-étienne-de-tinée. wir beschlossen noch hoch zum colle de la bonette zu fahren. mit 2802m der höchste pass europas. speziell die 350er husteten oben ganz schön. ca. 2km nach der passhöhe führt ein schotterweg zurück ins tal. von dort weg ging es bekannte wege zurück über isola nach bagni di vinadio. erst migg, dann wisi – tja heimweh, frischer teer und etwas übermut liessen manchen mehr rutschen als fahren. doch glücklicherweise gab es nur einige schrammen – an töff und fahrer.

 

Mittwoch:

zu fünft gingen wir ans heutige tageswerk. vom hotel aus stiegen wir ca. 7km tiefer ins seitental von bagni di vinadio ein. ein steiniger steiler rückweg führte ins tal. wisi’s daumen wurde gleich von beginn weg heftig strapaziert. danach folgten wir auf der linken seite des valle stura und nahmen die seitentäler unter die lupe. ein weg führte uns auf trampelpfaden hoch bis schliesslich kein weiterkommen mehr möglich war. ein anatomisches problem von wisi sen. (zu kurzes tal-bein) führte bei einer wegfahrt zum ungewollten verlassen des gefährtes.

auf dem weg zum bassa di colombart wurden wir nach rund dreiviertel der strecke von einem freundlichen förster zur umkehr aufgefordert. nach dem mittagessen und einer siesta auf der alp ging es weiter. die tour beschlossen wir mit einem kaffee in vinadio gefolgt von der besichtigung der alten stadtmauern.

 

Donnerstag:

am sechsten tage waren wieder zu 6. ruedi kämpfte sich am morgen in den stiefel und war wieder mit von der partie. am letzten tag im piemont fuhren wir am morgen nochmals los gegen demonte. diesmal versuchten wir uns im gebiet nördlich von demonte. unter anderem war der colle ortiga eines der ziele. über kilometerlange offroad waldwege die fein säuberlich mit mountain-bike tafeln beschildert waren verweilten wir uns den ganzen morgen. einige „schweinische“ schlammpassagen forderten ihren tribut.

über mittag verpflegten wir uns am markt von demonte – gefolgt von einer kurzen siesta. am nachmittag folgten wir der sonne und beackerten die andere talseite. am schluss der etappe gab es selbstverständlich auch wieder etwas „kultur“. wir stiegen mit den enduro’s hoch zum fort über vinadio.

während wir uns im gelände tummelten bastelte migg sich eine handschaltung für seine 350er um den etwas lädierten fuss bei der rückreise entlasten zu können.

 

Freitag:

heimreise – back via cuneo - asti - milano - chiasso - san bernadino - ostschweiz