Dienstag 23.September:

Es hat sich bereits eingespielt: 07.30 Frühstück, 08.15 Abfahrt. Zuerst wieder ein paar Kilometer Asphalt abgespult, diesmal in Richtung Talana. Ruedi verabschiedete sich bereits von uns, weil es ihm schlecht war, und das war keine gute Voraussetzung um den ganzen Tag durchgeschüttelt zu werden. Nach kurzer Suche haben wir den passenden Weg gefunden, der uns immer weiter hinauf führt. Auf diesem Berg treffen wir zwei Maurer, die auf der Bergspitze eine Hütte errichten, für einen Feuerschauposten. Den ganzen Sommer hindurch sind diese Hütten rund um die Uhr besetzt, um bei einem Feuerausbruch sofort Alarm schlagen zu können. In dieser Stille hörten wir von weit her eine Enduro den Berg hinaufkraxeln, und siehe da es war Ruedi der uns nachgefahren war. Hat er es sich anders überlegt ? Nein, er hatte einen Ersatzschlauch bei sich den er uns noch bringen wollte. Das nenne ich Kameradschaft. Wir wollten bereits umkehren, da zeigten die beiden uns überfreundlich ein Schlupfloch durch den Haag, so dass wir auf der anderen Bergseite den Abstieg vornehmen konnten. Zuerst ein paar Trialeinlagen und nachher standen wir an einem Steilhang, den ich Bergsteigern empfohlen hätte, aber die Sarden schauten zu, und da konnte ich ja schlecht umkehren. Augen zu und durch. Das Wandern setzten wir genüsslich fort. Den Mittagshügel teilten wir mit zwei Kühen, die sich im Gegensatz zu uns überhaupt nicht für die wunderschöne hügelige Landschaft interessierten. Es hatte so viel Tiermist, dass wir für das Mittagsnickerchen auf einen Nachbarhügel flüchteten. Wir setzten das Wandern fort, diesmal sahen wir Esel, Perlhühner und Widder. Die Zeit verging im Flug, die Tanks schon wieder leer. Nun folgte der obligate Tankstopp in Bari Sardo und die Flüssigkeitszunahme in "unserer" Bar. Was nun mit dem angebrochenen Nachmittag ? Wisi sen. kehrte ins Hotel und an den Strand zurück, Wisi jun, und Brüni begeben sich auf die Suche nach einem bestimmten Weinhändler, der natürlich "chiuso" hatte. Sie fanden aber nachher noch einen Weg, von dem sie noch den ganzen Abend schwärmten. René und ich machten uns auf die Suche nach der "einsamen Bucht". Wir fanden viele verschiedene Wege, die direkt ans Meer geführt haben.

Wir treffen uns alle am Hotelstrand, und plantschen lautstark in der grossen salzigen Badewanne. Nur ein paar Sandschritte zur Strandbar. Wir müssen nun das Badetuch umhängen, denn plötzlich ziehen dunkle Wolken auf, und der Wind spielt mit den Stühlen und den Tischen. Nur Minuten später zieht ein Unwetter über uns weg. Regen und sogar Hagel machten dem Barkeeper zu schaffen, der mit allen mitteln versucht das Wassereindringen zu stoppen. Rasch noch ein paar Steine unter die Seitenständer der  Motorräder, damit sie nicht umfallen, und dann mit dem schönen Gefühl das wir nicht campiert haben zurück ins Hotelzimmer mit Dusche und Fernseher. Die heutigen 200 km hatte so viele Eindrücke hinterlassen, dass wir den ganzen Abend genug Gesprächsstoff hatten, bis auch der letzte genug müde war, um ins Bett zu schlüpfen.