Montag 22.September:

Zum Morgenessen treffen wir uns um 7.30 Uhr im Restaurant. Das Buffet bietet genug, um uns für die Tour zu stärken. Ich esse genüsslich und langsam, einwenig in Gedanken versunken was mich wohl heute erwarten würde, und ehe ich wieder aufschaue sitze ich alleine am Tisch. Nun sind wir endgültig vom Endurobazillus befallen, und niemand kann es erwarten bis es endlich losgeht. Um 8.15 haben wir unsere Stahlrösser gesattelt, und wir können ihnen die Sporen geben. Von nun an ist René unser Tourguide, und es wird sich noch in dieser Woche herausstellen, das er das absolut perfekt macht. Währen da nicht die vielen Sackgassen gewesen, hätte ich geglaubt er habe heimlich die Tour vorher abgefahren. An diesem Tag machen wir Bekanntschaft mit einem „Wildhüter“, der uns freundlich aus seinem geschützten Gebiet fortschickt. Ich erlebe meine erste Flussdurchfahrt, etwas Respekt, aber bei den andern abgeschaut, ist es dann ganz einfach. In einem Steilhang kippt nun Wisi sen. seine 400er aus, und nachdem auch Rudis „Steuerung“ im Schotter nicht mehr funktioniert (Ob da wohl der Grappa vom Vorabend schuld war), beschliessen wir den Mittagshalt in diesem Wald zu machen. Das Picknick aus Brot, Käse, Salami und Mortadella besorgten wir uns in einem kleinen Laden unterwegs. Nebst abwechslungsreicher Landschaft haben wir auch Schafe, Ziegen, Kühe, Rösser und Rehböcke gesehen. Es versteht sich von selbst das alle Tiere frei herumlaufen, sprich hinter jeder Kurve könnte so eine Kuh stehen. Wir erlebten Enduro vom feinsten in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Nach 150 km musste ich bereits auf Reserve umschalten, und nach weiteren 25 km hatte ich keinen tropfen mehr. Wisi jun. spielte TCS und schob mich die letzten Kilometer bis zu “unserer“ Tankstelle in Bari Sardo. Auch die Bar vis a vis der Tankstelle durfte natürlich nicht fehlen. Zuerst mit Mineral den Staub heruntergespühlt, und nachher genüsslich das feine Gelati im Mund zergehen lassen. Auch dem Cappuccino konnte ich nicht widerstehen. Der restliche Verlauf war fast schon Routine. Baden im lauwarmen Meer, Sonne auftanken und mit Bier an der Strandbar wieder abkühlen.

So Relaxt fällt es uns nicht schwer die Wartezeit bis zum Nachtessen zu überbrücken. Das Essen ist fein und der Wein vorzüglich. Jetzt haben wir genügend Zeit um Benzin zu reden. Auch rollen wir die Geschichte des sonderbaren „Schellenbäumchens“ auf. Am Wegrand haben wir ein speziell farbiges und grosses „Schellenbäumchen“ entdeckt, dass dank des Gitters richtig gut geschützt wachsen konnte, und wir es an diesem Tag, dem Geburtstag befreien durften.