Sonntag 21.September:

Nach „militärischer“ Morgenbegrüssung per Kabinenlautsprecher und poltern an die Türe, wussten wir das Olbia nicht mehr weit ist. Auf dem Oberdeck angekommen, sehen wir die Küste Sardiniens an uns vorbeiziehen. Die Sonne blinzelt uns zwischen den Wolken hindurch an, und verspricht uns einen heissen Tag. Im Hafen von Olbia wendet das Schiff und parkiert elegant rückwärts. Um 8.00 Uhr verlassen wir die Fähre und brausen in Richtung Ozieri im Landesinnern. Vorbei an Korkeichen und feinen nicht definierbaren Gerüchen erreichen wir nach etwas mehr als 220 km unser Zielort Torre Di Bari. Die Strecke war mehr oder weniger eine Aneinanderreihung von Rechts- und Linkskurven. Um 12.30 Uhr konnten wir unsere Zimmer im Hotel La Torre beziehen. Nach einer Stärkung haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt. Wisi sen. und Ruedi machten den Strand unsicher, und der Rest suchte den „Hausberg“. Auf unserer Entdeckungsreise fuhren wir an riesigen Kakteen mit ihren auffallend roten Früchten vorbei, durchfuhren ein ausgetrocknetes sandiges Flussbett, und schliesslich auch steil einen Berg hoch, natürlich unbefestigte Wege. Auf einem Rückweg der zahlreichen Sackgassen gab ich dann meinen Einstand, indem ich in einer engen Linkskurve bergabwärts meine Sugi zu Boden legte. Meine Begleiter sagen dem „Auskippen“. Vorsorglicherweise hatte ich die Blinker zu hause gelassen, und das zahlte sich jetzt aus. Die Enduro wieder aufgerichtet und weiter geht’s. Auf dem Rückweg fuhren wir auf einer Strasse, die zur Hälfte mit Steinen belegt war, die niemanden zu stören schienen, mir machte das Spass im Slalom die Brocken zu umfahren. Nach diesen 80 km waren wir ziemlich geschafft, den es war sicher über 30°, und im Schotter bergauf und bergab das braucht Kraft die ich nicht mehr habe. Wir tanken zuerst die Motorräder an der Tankstelle in Bari Sardo auf, und vis a vis an der Bar kippen wir anschliessend literweise Mineral in uns hinein. Zurück am Hotelstrand gönnen wir uns ein Sonnenbad und „kühlen“ uns im lauwarmen Meer ab. Der Magen knurrt, es ist 19.45 und wir sitzen gemeinsam im Hotelrestaurant und sind gespannt was uns da aufgetischt wird. Wir konnten jeweils vorgängig aus drei verschiedenen Menus auswählen, und dementsprechend vielfältig sieht es jeweils auch aus, wenn ein neuer Gang serviert wird. Eines ist gemeinsam: Der Rotwein. Wisi jun. ist unser Experte der jeden Abend einen edlen und vorzüglichen Tropfen der Region auswählt. Die einen haben so volle Bäuche, dass sie direkt ins Bett gehen, und die anderen genehmigen sich noch einen, zwei .. Schlaftrunke.